Atelier-Position
Henkeltaschen waren bei Chanel historisch die kleinere Position neben der Crossbody-Heritage. Coco Chanels 2.55 (1955) war konzeptuell die bewusste Gegenposition zur Pariser Top-Handle-Couture der 1950er Jahre — Frauen sollten Haende frei haben, nicht eine Tasche im Arm halten. Diese Konfiguration praegte das Maison-Sortiment bis Anfang der 2010er Jahre. Erst mit der Coco Handle (2015) etablierte die Maison eine eigene Top-Handle-Heritage-Position — Karl Lagerfelds Antwort auf die Renaissance der Top-Handle-Tasche im Designer-Segment seit der Re-Edition der Dior Saddle (2018) und der Anpassungen bei Louis Vuitton (Capucines, 2013).
Die 2.55 Reissue (seit 2005 im Permanent-Sortiment) ist die andere zentrale Position — historisch die urspruengliche Coco-Chanel-Configuration mit Mademoiselle-Drehverschluss statt CC-Logo. Sie wird kuratorisch nicht als Henkeltasche, sondern als puristische Heritage-Position gefuhrt, aber das ungesteppte Innenfutter und die schwerere Architektur machen sie zur Henkel-aehnlichen Tasche im Gegensatz zur leichteren Classic Flap.























