The PrivateAtelier

Frankreich · Gegründet 1952

Chloé

Pariser Maison, Boho-Romantik im Premiumsegment

Gegründet

1952

Land

Frankreich

Kreativdirektion

Chemena Kamali

Heritage-Score

8/10

Aus dem Archiv

Chloé wurde 1952 in Paris von Gaby Aghion gegründet — einer ägyptisch-stämmigen Frau, die mit einer einfachen, aber damals radikalen Idee antrat: Luxus-Couture-Schnitte für den Alltag, von der Stange zu kaufen. Aghion erfand mit Chloé das Konzept des „Luxe Prêt-à-Porter”, lange bevor andere große Häuser den Begriff überhaupt akzeptierten. Das Haus ist damit nicht nur eine Marke, sondern eine Idee in der Geschichte der Damenmode.

Chloés ästhetische DNA ist seit den frühen Tagen erkennbar: feminine Romantik, Leichtigkeit, eine bestimmte Art von Pariser Sorglosigkeit, die nicht prätentiös wird. Karl Lagerfeld prägte das Haus in den 1960er und 70er Jahren als Chefdesigner, gefolgt von Stella McCartney, Phoebe Philo und Clare Waight Keller — eine Reihe einflussreicher Designerinnen, die Chloé immer wieder zur Plattform für eine kommende Generation gemacht haben.

Seit 2024 leitet Chemena Kamali das Haus. Kamali kommt aus der Loewe- und Saks-Potts-Schule, kennt Chloé von einer früheren Station unter Hannah MacGibbon und hat ihre erste Kollektion mit einer überraschend deutlichen Rückbesinnung auf das Boho-Erbe der 70er Jahre eröffnet — Patchwork, Prairie-Saum, weite Ärmel, weichere Silhouetten. Das wirkt nicht wie Retro, sondern wie eine bewusst gewählte ästhetische Position.

Im Taschenbereich hat Chloé über die Jahre eine kleine Reihe ikonischer Modelle entwickelt, die das Haus heute am stärksten identifizieren: die Paddington (2005, mit ihrem auffälligen Padlock — eine der ersten It-Bags der 2000er), die Marcie (Sattelförmig, geprägter Nieten-Akzent), die Woody Tote (gewebte Canvas-Modelle mit Lederdetails) und die jüngere Marcie Reissue. Anders als bei Hermès oder Bottega ist die Identität nicht in einer einzigen Konstruktionssprache verankert; sie liegt in der Stimmung — weich, weiblich, leicht.

Im Atelier interessiert uns Chloé für die Käuferin, die kein Statement-Logo will, aber dennoch eine sofort erkennbare Pariser Handschrift. Eine Marcie ist nicht laut. Sie ist erkennbar Chloé für jeden, der Chloé kennt — und unsichtbar für alle anderen. Genau diese Dynamik, ein leiser Code unter Eingeweihten, ist die Position, die das Haus in der Tier-2-Liga einnimmt.

Preislich liegt Chloé deutlich unter den Tier-1-Häusern. Eine Marcie kostet je nach Größe 1.800–2.800 €, eine Paddington in der Reissue-Version 1.700–2.500 €, eine Woody Tote zwischen 750 und 1.500 €. Das macht das Haus zu einem natürlichen Einstieg in das Premium-Segment, ohne dass Qualität oder Heritage Kompromisse erfahren.

Im Atelier verfügbar

Alle 83 Modelle →

Fragen aus dem Archiv

Wer hat Chloé gegründet?
Chloé wurde 1952 von Gaby Aghion in Paris gegründet, einer ägyptisch-stämmigen Designerin, die mit dem Haus das Konzept des „Luxe Prêt-à-Porter” einführte — Couture-Qualität ohne individuelle Maßanfertigung.
Wer ist aktuell Kreativdirektorin bei Chloé?
Chemena Kamali leitet das Haus seit 2024. Sie folgte auf Gabriela Hearst und brachte das Maison zu seinen Boho-Romantik-Wurzeln zurück.
Welche Chloé-Tasche ist die bekannteste?
Die Paddington (2005) gilt als eine der ersten und einflussreichsten It-Bags der 2000er Jahre. Heute sind die Marcie und die Woody Tote die kommerziell wichtigsten Modelle.
Wo werden Chloé-Taschen produziert?
Chloé produziert seine Lederwaren überwiegend in italienischen Werkstätten, die meisten Modelle in der Toskana. Das Haus gehört zur Schweizer Richemont-Gruppe, die ihre Lieferketten in Italien konzentriert.
In welcher Preisklasse bewegen sich Chloé-Taschen?
Eine Woody Tote beginnt bei rund 750 €, eine Marcie liegt zwischen 1.800 und 2.800 €, eine Paddington Reissue bei 1.700–2.500 €. Damit ist Chloé eine der zugänglicheren Tier-2-Marken.
Wie unterscheidet sich Chloé von See by Chloé?
See by Chloé ist die jüngere und preislich tiefere Sub-Linie des Hauses. Sie nutzt ähnliche Codes, aber andere Materialien (oft synthetische Mischungen) und wird in günstigeren Werkstätten produziert. Die Hauptlinie Chloé bleibt qualitativ klar getrennt.

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