Italien · Gegründet 1925
Fendi
Römisches Tier-1-Pelletteria- und Pelz-Couture-Maison seit 1925, Heimat der Baguette (1997, Silvia Venturini Fendi) und Peekaboo (2008), FF-Logo seit 1965 (Karl Lagerfeld, 54 Jahre Co-Direktion bis 2019), seit 1999/2001 Teil der LVMH-Gruppe, Selleria-Linie mit handgenähten Sattelnähten
Gegründet
1925
Land
Italien
Kreativdirektion
Silvia Venturini Fendi (Accessoires-Direktion seit 1992) / Damen-RTW in Transition nach Kim-Jones-Abgang 2024
Heritage-Score
10/10
Aus dem Archiv
Fendi wurde 1925 in Rom von Adele Casagrande und Edoardo Fendi (geheiratet 1925) als kleines Pelz- und Lederatelier gegründet, ursprünglich in der Via del Plebiscito 4 nahe der Spanischen Treppe. Was als handwerkliche Werkstatt begann, wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem der wenigen italienischen Häuser, die sowohl Pelz- als auch Leder-Couture auf höchstem Niveau verbinden. Die Maison-Zentrale befindet sich seit 2015 im Palazzo della Civiltà Italiana im Mailänder Stadtteil EUR — einem ikonischen rationalistischen Bauwerk der 1930er Jahre, das Fendi für 25 Jahre langfristig gemietet hat und das die Maison-Identität architektonisch verkörpert.
Die Geschichte von Fendi ist untrennbar mit der Familie verbunden: Die fünf Töchter von Adele und Edoardo — Paola, Anna, Franca, Carla und Alda — übernahmen das Geschäft in den 1940er und 50er Jahren und führten es in die Moderne. 1965 holten sie einen jungen deutschen Designer namens Karl Lagerfeld als Pelz-Konsultant ins Haus — eine Zusammenarbeit, die 54 Jahre bis zu Lagerfelds Tod 2019 anhalten sollte. Diese Beständigkeit ist in der Modeindustrie beispiellos und prägt die Marke bis heute.
Lagerfeld erfand für Fendi das doppelte F-Logo (FF — von ihm interpretiert als 'Fun Fur'), das aus dem Pelzgeschäft des Hauses hervorgeht und seither auf Stoffe und Leder gewandert ist. Das FF-Pattern (auch FF Jacquard, FF Zucca, FF Brown) ist seit den 1980er Jahren das definierende Maison-Marken-Element und gehört zu den ikonografisch dichtesten Logo-Codes der Tier-1-Pelletteria-Industrie (vergleichbar mit Gucci GG, Louis Vuitton Monogram, Goyard Goyardine).
In den 1990ern brachte Silvia Venturini Fendi, Enkelin der Gründer und heute weiterhin Accessoires-Direktorin (seit 1992), die Baguette (1997) auf den Markt — eine kleine, handflache Tasche mit kurzem Schulter-Trag-Gurt, die in Sex and the City (Sarah Jessica Parker als Carrie Bradshaw) zur ersten It-Bag der modernen Mode-Geschichte wurde. Die Baguette prägte das Konzept der 'Statement-Bag' wie kein anderes Modell der 1990er Jahre. Die Re-Edition der Baguette seit 2019 ist eine der kommerziell wichtigsten Maison-Positionen der zeitgenössischen Ära.
Das zweite zentrale Modell ist die Peekaboo (2008, ebenfalls Silvia Venturini Fendi), eine ambitionierte zweiseitige Konstruktion mit charakteristischem Twist-Lock-Verschluss und sichtbarem Innenfutter — ein konstruktives Detail, das zur Geste wurde. Eine Peekaboo wird in 14 Stunden händischer Arbeit von Hand gefertigt. Die dritte ikonische Position ist die Sunshine Shopper (2019), die By the Way (2014) und die Mon Trésor (2017).
Die Selleria-Linie ist seit den 1930er Jahren die handwerklich tiefste Maison-Konstruktion — pflanzlich gegerbtes Cuoio Romano (römisches Vollnarbenleder) mit sichtbaren weißen oder kontrastfarbigen Sattelnähten, von Hand vernäht. Eine Selleria-Peekaboo benötigt rund 30 Stunden Handarbeit. Diese Konstruktion teilt Fendi mit Hermès Sellier (für bestimmte Birkin-Konfigurationen) und Goyard — eine außergewöhnliche handwerkliche Tiefe.
Fendi gehört seit 1999/2001 zur französischen LVMH-Gruppe (Prada Group und LVMH übernahmen gemeinsam 1999 51 Prozent, LVMH erlangte 2001 die Mehrheit, danach die volle Kontrolle 2003). Die Familie Fendi bleibt durch Silvia Venturini Fendi in der Maison-Direktion vertreten. Nach Karl Lagerfelds Tod 2019 übernahm Kim Jones (zuvor Dior Men, Louis Vuitton) 2020 die Damen-RTW-Direktion. Im Oktober 2024 verließ Kim Jones das Haus — die Damen-RTW-Linie ist seither in Übergangsphase, mit Silvia Venturini Fendi als kontinuierlicher kreativer Stimme für Accessoires und Pelz. Eine permanente Nachfolge in der RTW war zum Stand Mai 2026 noch nicht final benannt.
Im Atelier interessiert uns Fendi vor allem für die handwerkliche Substanz und die ikonografische Tiefe. Eine Peekaboo wird in 14 Stunden Handarbeit gefertigt, eine Selleria-Peekaboo in über 30 Stunden. Eine Baguette ist die kuratorisch wichtigste Statement-Bag-Position der Mode-Geschichte des späten 20. Jahrhunderts. Das FF-Logo ist neben Gucci GG eines der ikonografisch dichtesten italienischen Tier-1-Logo-Codes.
Preislich liegt Fendi an der oberen Kante von Tier 1 und konkurriert direkt mit Prada, Saint Laurent und Bottega Veneta. Baguette Medium ab rund 3.290 EUR (FF Embossed), Peekaboo ISeeU Medium ab rund 6.000 EUR (in Selleria-Ausführung), Sunshine Medium ab 2.690 EUR, By the Way Medium ab 2.490 EUR, Mon Trésor Medium ab 2.290 EUR, First (eingeführt 2021 von Kim Jones) Medium ab 3.290 EUR (alle Stand: Mai 2026). Im Resale-Markt halten Heritage-Konfigurationen der Baguette in FF-Pattern 55-75 Prozent über drei Jahre, Peekaboo Selleria bei 60-80 Prozent.
Im Atelier verfügbar
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Fendi · Handtasche
Baguette

Fendi · Handtasche
Way

Fendi · Clutch
Mamma Baguette

Fendi · Shopper
Roll

Fendi · Beuteltasche
Mon Tresor

Fendi · Umhängetasche
Umhängetasche
Fragen aus dem Archiv
- Wer war Karl Lagerfeld bei Fendi?
- Karl Lagerfeld arbeitete von 1965 bis zu seinem Tod 2019 — also 54 Jahre — als Pelz- und später Couture-Designer für Fendi. Diese Beständigkeit ist in der Modeindustrie beispiellos. Er erfand 1965 das doppelte F-Logo (FF), das er für 'Fun Fur' stehen sah, und prägte die ästhetische Sprache des Hauses über Jahrzehnte. Das FF-Pattern ist seit den 1980er Jahren das definierende Maison-Marken-Element.
- Welche Fendi-Tasche ist die bekannteste?
- Die Baguette (1997, von Silvia Venturini Fendi entworfen) ist die ikonischste Tasche des Hauses und wurde durch Sex and the City (Sarah Jessica Parker als Carrie Bradshaw) zur ersten It-Bag der modernen Mode-Geschichte. Die Peekaboo (2008) ist die handwerklich anspruchsvollste Konstruktion und gilt vielen als die beste Fendi-Tasche der jüngeren Zeit. Die Re-Edition der Baguette seit 2019 ist die kommerziell wichtigste zeitgenössische Maison-Position.
- Wo werden Fendi-Taschen hergestellt?
- Fendi produziert in eigenen italienischen Werkstätten, die meisten Modelle in den Lederzentren der Toskana (Capannuccia bei Bagno a Ripoli, Florenz-Region) und in Rom. Die Selleria-Linie wird mit sichtbaren weißen oder kontrastfarbigen Sattelnähten von Hand vernäht — ein Verfahren, das nur wenige andere Häuser noch beherrschen (Hermès Sellier, Goyard).
- Was bedeutet Fendi Selleria?
- Selleria bezeichnet bei Fendi eine Linie aus pflanzlich gegerbtem Cuoio Romano (römisches Vollnarbenleder), die mit sichtbaren weißen oder kontrastfarbigen Sattelnähten von Hand vernäht wird. Es ist die handwerklich aufwendigste Konstruktion im Maison-Sortiment seit den 1930er Jahren. Eine Selleria-Peekaboo benötigt rund 30 Stunden Handarbeit und kann 8.000 EUR überschreiten.
- Welche Größen hat die Peekaboo?
- Die Peekaboo gibt es in der ISeeU-Serie (Petite 28×21×11 cm, Medium 33×24×12 cm, X-Lite Large), in der originalen Peekaboo-Linie (Small, Regular, Large) und in seltenen Mikro-Versionen. Listenpreise: Peekaboo ISeeU Petite ab 4.800 EUR, ISeeU Medium ab 6.000 EUR (Selleria 8.000 EUR+), Peekaboo X-Lite Large ab 7.500 EUR (Stand: Mai 2026). Mit Größe und Material steigt der Preis substantiell.
- Wer ist aktuell Kreativdirektor bei Fendi?
- Silvia Venturini Fendi (Enkelin der Gründer Adele und Edoardo Fendi) leitet weiterhin die Accessoires-Direktion seit 1992 — eine der längsten kontinuierlichen Kreativ-Positionen in der italienischen Tier-1-Industrie. Sie ist verantwortlich für Baguette (1997), Peekaboo (2008), By the Way (2014) und Sunshine (2019). Die Damen-RTW-Linie ist seit Oktober 2024 in Übergangsphase nach Kim Jones' Abgang. Eine permanente RTW-Nachfolge war zum Stand Mai 2026 noch nicht benannt.
- Was ist die FF-Logo bei Fendi?
- Das FF-Logo (auch 'Fun Fur', 'FF Pattern', 'FF Jacquard', 'FF Zucca') ist Pradas... — Korrektur: Fendis definierendes Maison-Marken-Element seit Karl Lagerfelds Maison-Einstieg 1965. Lagerfeld entwarf das doppelte F als Verweis auf das Fendi-Pelzgeschäft. Das Pattern wird in mehreren Konfigurationen verwendet: FF Jacquard (gewebt), FF Embossed (geprägtes Leder), FF Brown (klassische warm-braune Farb-Konfiguration), FF Black (schwarz). Das FF-Pattern gehört zu den ikonografisch dichtesten Logo-Codes der italienischen Tier-1-Industrie.
- Ist Fendi Teil von LVMH?
- Ja. Fendi gehört seit 1999/2001 zur französischen LVMH-Gruppe. Prada Group und LVMH übernahmen gemeinsam 1999 51 Prozent der Maison von der Fendi-Familie. LVMH erlangte 2001 die Mehrheit und 2003 die volle Kontrolle. Die Familie Fendi bleibt durch Silvia Venturini Fendi in der Maison-Direktion vertreten. LVMH-Mutterkonzern (LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton) ist die größte Luxus-Gruppe weltweit, mit Bernard Arnault als Geschäftsführer.
- Was kostet eine Fendi Baguette?
- Baguette Medium in FF Embossed (Standard-Konfiguration) ab rund 3.290 EUR (Stand: Mai 2026). Baguette Mini bei 2.490 EUR, Baguette Large bei 3.690 EUR. Premium-Konfigurationen mit Crystal-Embellishment, Pelz-Mix oder Selleria-Ausführung erreichen 5.000-8.000 EUR. Saisonale Statement-Editionen variabel. Im Resale-Markt halten Heritage-Baguette-Konfigurationen 55-75 Prozent über drei Jahre.
- Wer hat die Baguette entworfen?
- Silvia Venturini Fendi (Enkelin der Gründer) entwarf die Baguette 1997 als kleine, handflache Tasche mit kurzem Schulter-Trag-Gurt — bewusst zum Tragen unter dem Arm wie ein Brot-Baguette. Die Baguette wurde durch Sex and the City (Sarah Jessica Parker als Carrie Bradshaw, ausgestrahlt 1998-2004) zur ersten It-Bag der modernen Mode-Geschichte und prägte das Konzept der Statement-Bag wie kein anderes Modell. Die Re-Edition seit 2019 ist eine der kommerziell wichtigsten zeitgenössischen Maison-Positionen.