Italien · Gegründet 1900
Tod's
Italienisches Familienunternehmen, Lederkunst und Schuhhandwerk
Gegründet
1900
Land
Italien
Kreativdirektion
Matteo Tamburini
Heritage-Score
8/10
Aus dem Archiv
Tod's hat seinen Ursprung in der Schuhmacherei der Familie Della Valle in der italienischen Region Marken, irgendwo um 1900 — die genaue Gründungsdaten sind in den Familiengeschichten nicht ganz eindeutig dokumentiert, der Unternehmensaufbau in heutiger Form geht aber auf die 1970er Jahre zurück, als Diego Della Valle das Geschäft seines Großvaters übernahm und international ausbaute.
Das Haus wurde zunächst durch seine Schuhe bekannt — speziell durch die Gommino, einen Loafer mit 133 Gummi-Pebbles in der Sohle, der zur ersten echten Heritage-Form des Hauses wurde. Diese Liebe zum technischen Detail überträgt sich seit den 1990ern zunehmend auf Lederwaren. Tod's-Taschen gehören seither zu den am sorgfältigsten konstruierten Modellen im italienischen Premiumsegment.
Seit 2024 leitet Matteo Tamburini die Kreativabteilung, der zuvor in der Designabteilung von Bottega Veneta tätig war. Sein Ansatz ist ruhig: weniger Kollektions-Lärm, mehr Konzentration auf Modelle, die in den nächsten zehn Jahren noch tragbar sein sollen. Das passt zur Familien-Ethik der Della Valles, die Tod's konsequent als italienisches Familienunternehmen führen — die Familie hält weiterhin die Mehrheit, ein Seltenheitswert in der heutigen Luxusbranche.
Die zentralen Modelle des Hauses sind die T Timeless — eine Tasche mit dem charakteristischen T-Verschluss, die bewusst zeitlos gezeichnet ist —, die Di-Bag und die Apa, die mehr Statement haben. Im Vergleich zu den Loud-Logo-Häusern ihrer italienischen Nachbarn (Versace, Gucci) wirkt Tod's beinahe protestantisch in seiner Zurückgenommenheit. Das ist kein Zufall: das Haus richtet sich seit jeher an eine Käuferin, die im Beruf etabliert ist und ihren Geschmack nicht erklären muss.
Im Atelier sehen wir Tod's als die natürliche Wahl für jemanden, der eine handwerklich erstklassige Tasche will, ohne in einer der bekannten Statement-Marken anzukommen. Die Konstruktion ist sichtbar — saubere Innenfutter, gleichmäßige Sattelnähte, klare Lederwahl. Eine Tod's hält, sieht nicht beschämt nach drei Jahren aus, und wird von Eingeweihten erkannt. Genau diese Anti-Bekanntheit ist die Position.
Im Atelier verfügbar
Alle 70 Modelle →Fragen aus dem Archiv
- Was steht das T bei Tod's für?
- Das T ist kein Initialen-Spiel: Diego Della Valle wählte den Namen Tod's, weil er sich klangvoll und international neutral anhören sollte — keine direkte Verbindung zur Familie. Der Buchstabe T entwickelte sich später zum Hardware-Element der T-Timeless-Serie.
- Wer ist aktuell Kreativdirektor bei Tod's?
- Matteo Tamburini leitet die Kreativabteilung seit 2024, nachdem er zuvor in der Designabteilung von Bottega Veneta gearbeitet hat. Seine Linie ist konzentriert auf wenige, langfristig tragbare Modelle.
- Wo werden Tod's-Taschen produziert?
- Tod's produziert in eigenen Werkstätten in den italienischen Marken — derselben Region, in der das Haus auch seine Schuhe herstellt. Die Produktion ist eine der durchgehendsten Made-in-Italy-Lieferketten im Premium-Segment.
- Welche Tod's-Tasche ist die bekannteste?
- Die T Timeless mit ihrem markanten T-Verschluss ist das definierende Modell der vergangenen Jahre. Die Apa und die Di Bag sind weniger formal, aber jünger und expressiver.
- Wie unterscheidet sich Tod's von Hogan?
- Hogan ist die sportlichere Schwestermarke der Della-Valle-Gruppe — niedrigere Preise, sportliche Sneakers und Casual-Linien. Tod's selbst bleibt im klassischen Premium-Bereich für Lederwaren und Schuhe.
- In welcher Preisklasse bewegen sich Tod's-Taschen?
- Eine T Timeless Mini liegt bei rund 1.500 €, eine mittlere T Timeless Tote bei 2.000–2.500 €, größere Modelle und exotische Lederarten überschreiten 3.000 €. Damit liegt Tod's mittig im Tier-2-Segment.





