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Frankreich · Gegründet 1853

Goyard

Pariser Familienmaison, exklusiv und bewusst medienscheu, Saint Louis und Anjou als Hero-Modelle

Gegründet

1853

Land

Frankreich

Kreativdirektion

Familie Signoles (anonymes Design-Atelier)

Heritage-Score

9/10

Aus dem Archiv

Goyard wurde 1853 in Paris von François Goyard gegründet — fast zeitgleich mit Louis Vuitton (1854), als zweites großes Pariser Reisegepäck-Atelier. Während Vuitton zur globalen Marke wurde, blieb Goyard bewusst klein, exklusiv und medienscheu — ein bewusst aufrechterhaltener Gegenentwurf zur Logo-getriebenen Mode der Moderne.

Die Marke ist seit 1998 in den Händen der Familie Signoles, die das Haus mit einer beinahe altmodischen Diskretion führt. Goyard veröffentlicht keine Modenschauen, gibt keine Pressekonferenzen, hat keine offizielle PR-Abteilung im klassischen Sinn. Die Designer arbeiten anonym; die Modelle erscheinen in unregelmäßigen Abständen; Werbung gibt es kaum.

Das charakteristische Goyardine-Canvas-Muster, das auf nahezu allen Goyard-Produkten erscheint, wurde 1892 entworfen — ein chevron-artiges Y-Muster aus Punkten, das aus einem Synthese-Verfahren mit pflanzlichen Materialien entstand. Das Goyardine ist eines der wenigen Mode-Designs, die in über 130 Jahren nahezu unverändert produziert werden.

Goyard verkauft ausschließlich über die eigenen 25 Boutiquen weltweit und über kleine ausgewählte Department-Stores. Es gibt keinen Online-Shop. Wer eine Goyard kaufen will, geht in den Store. Diese Strategie der absoluten Distributionskontrolle ist das genaue Gegenteil der modernen Mode-Logik — und gerade deshalb das Marken-Versprechen.

Die zentralen Modelle sind die Saint Louis (klassische Tote in mehreren Größen, von PM bis GM), die Saint Louis Anjou (mit auswechselbarem Innenfutter), die Bellechasse (formaler) und die Boetie (Stadt-Tote). Daneben existiert eine umfangreiche Reisegepäck-Linie, die direkt auf die Wurzeln der Marke verweist.

Im Atelier behandeln wir Goyard als Authority-Marke. Die Verfügbarkeit über Affiliate-Kanäle ist faktisch nicht vorhanden. Eine Saint Louis PM (kleinste Größe) liegt aktuell bei rund 1.700 €, eine Saint Louis GM bei rund 2.500 €. Die individuell anpassbaren Versionen mit personalisierten Initialen oder Bemalung können erheblich teurer werden — Goyard ist eines der wenigen Häuser, das individuelle Bemalung als Standard-Service anbietet.

Im Atelier verfügbar

Alle 4 Modelle →

Fragen aus dem Archiv

Warum ist Goyard so unbekannt im Vergleich zu Louis Vuitton?
Goyard hat sich seit Gründung bewusst gegen Massenpräsenz entschieden. Das Haus produziert in kleinen Mengen, hat keine Werbekampagnen, keine Modenschauen und keine internationale Marketing-Strategie. Diese Unbekanntheit ist Markenstrategie — wer Goyard kennt, soll wissen, dass andere es nicht tun.
Was ist Goyardine?
Goyardine ist das markentypische Canvas-Muster mit dem charakteristischen Y-Chevron-Muster aus Punkten. Es wurde 1892 entworfen und seither nahezu unverändert produziert. Das Material ist eine Mischung aus Hanf, Baumwolle und Leinen, die mit pflanzlichen Methoden veredelt wird.
Wo kann man Goyard kaufen?
Goyard verkauft ausschließlich über die eigenen 25 Boutiquen weltweit (vier davon in Deutschland: Frankfurt, München) und einige wenige ausgewählte Department-Stores. Es gibt keinen Online-Shop und keine Verfügbarkeit über Affiliate-Plattformen wie Awin oder Partnerize.
Welche Goyard-Tasche ist die bekannteste?
Die Saint Louis Tote in den Größen PM (klein) und GM (groß) ist das definierende Modell des Hauses. Die Saint Louis Anjou (mit auswechselbarem Innenfutter) ist die jüngere Variante. Daneben sind die Bellechasse und die Boetie wichtig.
Bietet Goyard Personalisierung an?
Ja. Goyard ist eines der wenigen Häuser, das handgemalte Personalisierung als Standard-Service anbietet — Initialen, Streifen, Wappen, individuelle Designs. Die Personalisierung erfolgt in der Hauswerkstatt in Paris und kann mehrere Wochen dauern.
Sind Goyard-Taschen wertstabil?
Die Saint Louis und ähnliche klassische Modelle halten ihren Wert sehr stabil. Personalisierte Versionen sind im Resale-Markt schwerer zu verkaufen, behalten aber für die Erstkäuferin den Sentimental- und Nutzungswert. Generell gilt Goyard im Resale als wertstabil, ohne Hermès-artige Aufschläge.

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